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35 Jahre Mondlandung

Der Wettlauf zum Mond | Was kam danach ? | Die Mondverschwörung

 

Am 16. Juli 1969 beginnt eines der größten Abenteuer der Menschheit:

Erstmals machen sich Menschen auf, einen anderen Himmelskörper zu betreten - den Mond.

Etwa eine Million Zuschauer haben sich ein paar Kilometer von der Startrampe entfernt eingefunden, um den Start von Apollo 11 mit den Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin live mitzuerleben.

 

Das Kommandomodul „Columbia“ wird von der dritten Stufe abgetrennt, in der sich das
Lunar Mondule (LM) „Eagle“, die Mondlandefähre, befindet.

Bei 30 Meter Abstand wird das Kommandomodul um 180 Grad geschwenkt, so dass nun
seine „Spitze“ zur dritten Stufe zeigt.

Rendezvous mit „Eagle“ in der dritten Stufe„Eagle“ wird angekoppelt.

Um 9.32 Uhr amerikanischer Ostzeit hebt die Saturn V von Rampe 39 A auf dem Cape Kennedy ab. Nach Abtrennung der ersten undzweiten und einer zweieinhalb Minuten langen Zündung der dritten Raketenstufe ist Apollo 11 in der Erdumlaufbahn angelangt. 2 Stunden und 20 Minuten folgen nun Systemüberprüfungen und die Vorbereitung der zweiten Zündung der dritten Stufe, die das Raumschiff auf Fluchtgeschwindigkeit und aus der Erdumlaufbahn bringen soll. Nach anderthalb Erdumrundungen, das heißt eine knappe halbe Stunde später, erfolgt die Zündung. Apollo 11 befi ndet sich auf dem Weg zum Mond. Als nächstes erfolgen die schon bei Apollo 9 im Erdorbit und bei Apollo 10 auf dem Weg zum Mond geprobten Abläufe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der enge Verbindungsgang zwischen „Eagle“ und Columbia wird unter Druck gesetzt, außerdem nehmen die Astronauten einige Systeme der Mondlandefähre in Betrieb, bevor sie unter Einsatz der Columbia-Steuerdüsen aus der dritten Saturnstufe herausgezogen wird.

Etwas später erfolgt ein Ausweichmanöver mit der zurückbleibenden Raketenstufe, bevor man das Raumschiff in Rotation versetzt, damit keine einseitige Erwärmung oder Abkühlung seine Struktur belasten. Nach 13 Stunden und 30 Minuten ist die Zeit für die erste „Nachtruhe“ der
Crew gekommen.

Einen Tag und eine Stunde nach dem Start hat Apollo 11 den halben Weg zum Mond zurückgelegt. Knapp zwei Stunden später wird eine von drei geplanten Kurskorrekturen durchgeführt. Sie fällt so präzise aus, dass die beiden vorgesehenen anderen entfallen. Armstrong und Aldrin wechseln in nun zur Systemüberprüfung in den Eagle über. Am Abend findet eine von mehreren weltweiten Fernsehübertragungen statt.

 

Um 13.13 Uhr am 19. Juli fliegt Apollo 11 zum ersten Mal in den Mondschatten. Die Funksignale brechen ab, da es keine direkte Sichtverbindung zur Erde gibt. Das Kommandomodul mit der Mondlandefähre f iegt nun rückwärts. Das Haupttriebwerk wird für die erste Bremszündung eingesetzt, die die Bahn des Raumschiffs um den Mond in eine elliptische Form bringt. Dann erfolgt die zweite Zündung, um die Umlaufbahn nahezu kreisrund zu machen. Jetzt überfliegt Apollo 11 in 90 bis 121 Kilometern Höhe die Mondoberfläche. Am 20. Juli 1969 ist der große Moment gekommen: Beinahe vier Tage nach dem Start begeben sich Armstrong und Aldrin in den „Eagle“, wo sie die nächsten vier Stunden mit der Prüfung der Systeme und der Sauerstoffversorgung verbringen. Danach werden die Landebeine des „Eagle“ ausgefahren. Apollo 11 befi ndet sich wieder auf der erdabgewandten Seite des Mondes. Um 13.45 Uhr koppelt „Eagle“ von der Columbia ab, die weiter ihre Bahn um Mond zieht und auf die Rückkehr der Mondladefähre wartet. Die Entfernung der beiden Raumfahrzeuge vergrößert sich langsam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine gute Stunde später beginnt „Eagle“ hinter dem Mond mit dem Abstiegsmanöver. Das Triebwerk zeigt zunächst in Flugrichtung und
wird für 30 Sekunden gezündet.

Dieses Manöver bringt die Fähre in eine elliptische Abstiegsbahn. Gegen 16 Uhr wird die Sprechverbindung zeitweise instabil.

Fünf Minuten später wird die zweite Bremszündung durchgeführt, das Radar
für die automatische Landung aktiviert.3 Minuten und 39 Sekunden später hat man eine Höhe von 14 Kilometern über der Mondoberfläche erreicht.

Bis zu diesem Punkt konnte man auf die Erfahrungen der vorhergehenden Apollo- Missionen, zuletzt Apollo 10, zurückgreifen.
An diesem Punkt enden sie.

Was nun folgt, ist Neuland.

 

 

Kurz nachdem der Landeplatz in einer Entfernung von 231 Kilometern Entfernung angezeigt wird, beginnen die Probleme. Der Bordcomputer löst durch Überlastung zwei Alarmmeldungen aus. Houston gibt Anweisung, die beiden Meldungen zu ignorieren. Inzwischen beträgt die Flughöhe 2300 Meter und die berechnete Landestelle kommt zum ersten Mal in Sicht. Statt der erwarteten Ebene, sehen die beiden Astronauten allerdings einen großen Krater. Armstrong korrigiert die Fluglage manuell während
der Computer damit beschäftigt ist, eine neue Landestelle zu berechnen. Diese Berechnung verzögert sich allerdings durch die weiterhin bestehende Überlastung. „Eagle“ setzt den Sinkfl ug fort. Die Flughöhe beträgt inzwischen 150 Meter, die Landestelle liegt rund 600 Meter entfernt. Langsam wird es kritisch, da die Treibstoffreserven nur noch für 85 Sekunden reichen und in 114 Sekunden der Tank völlig leer sein wird. Wie sich später herausstellt, wurde auch noch das Gravitationsfeld des Mondes, das sehr unregelmäßig ist, falsch berechnet, so dass die nun vom Computer ermittelte Landestelle mitten in einem Geröllfeld liegt. Armstrong hält nach einer besseren Landestelle Ausschau, während der Treibstoff weiter abnimmt.

Schließlich setzt sich Armstrong über die halbautomatische Steuerung hinweg und überfliegt das Geröllfeld mit höherer Geschwindigkeit als vorgesehen.

Die ersten Treibstoffwarnungen treffen ein. Obwohl man Armstrong, der allgemein als der ruhigste unter allen Astronauten des Apollo-Projekts gilt, nichts anmerkt, steigt sein Puls auf 156 Schläge pro Minute.

Nachdem das Geröllfeld passiert ist, hört man Aldrins Stimme Höhe und Sinkgeschwindigkeit berichten.
Bei 1,70 Metern gibt es „contact light“: Die
Sonden an den Beinen der Landefähre zeigen Bodenkontakt an. Zwei Sekunden später verstummt das Triebwerk und das sind tatsächlich die ersten Worte, die von der Oberfl äche des Mondes die Erde erreichen:
„OK. Engines stop.“
Erst danach ertönt das bekannte: „Tranquility Base here.

The Eagle has landed.“
Im Tank der Abstiegsstufe befindet sich noch Treibstoff für 20 Sekunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit dem Start sind 4 Tage, 6 Stunden und 45 Minuten vergangen. Armstrong und Aldrin
überprüfen erneut die Systeme und warten auf Bestätigung, fortfahren zu dürfen.Anderthalb Stunden später folgt das „Go“ aus Houston. Die Freigabe für den Ausstieg ist erfolgt, auf Bitten der Astronauten vier Stunden früher als geplant, da ursprünglich noch eine Ruheperiode vorgesehen war.

Um 19.43 Uhr beginnen Armstrong und Aldrin ihre Raumanzüge anzulegen, wofür sie zwei Stunden statt der ursprünglich geplanten 80 Minuten benötigen. Sie beziehen ihren Sauerstoff jetzt aus dem PLSS, dem Tornister auf ihren Rücken. Nochmals werden alle Geräte überprüft, dann entweicht die Atmosphäre der Mondfähre nach außen.

Um 22.39 Uhr öffnet Armstrong die Ausstiegsluke und kriecht vorsichtig rückwärts auf die Plattform der Mondfähre. Er steigt die Leiter bis zur zweiten Stufe herab und betätigt nach Aufforderung durch Houston einen Seilzug, der die MESA, die Materialplattform, herunterklappen lässt, auf der die mitgebrachte Fernsehkamera montiert ist.Aldrin schaltet die Kamera ein.

Die Tracking Station „Goldstone“, die durch die verkürzte Zeit vor dem Ausstieg noch Fernsehbilder empfangen kann, hat Probleme mit der Konvertierung des mit 320 Zeilen und 10 Bildern pro Sekunde eintreffenden TV-Signals.

Der Scan-Konverter ist augenscheinlich zu stark eingestellt, so dass auf den Bildschirmen
weltweit ein fast schwarzes Bild erscheint, das zudem noch auf dem Kopf steht, und teilweise ins Negativ kippt, so dass die Zuschauer erraten müssen, was geschieht. Die Verantwortlichen entscheiden sich, zur Tracking Station Honeysuckle Creek in Australien umzuschalten, die das Videosignal simultan empfängt und ein besseres Bild liefern kann. Dies geschieht, kurz bevor Armstrong seinen Fuß auf den Mondboden setzt. Nun ist etwas zu erkennen und das Bild steht richtig herum. Armstrong steht auf einem der Tellerfüße der Mondlandefähre und beschreibt die Umgebung: Der Boden sehe feinkörnig und beinahe wie Pulver aus, die Landeteller seien nur sehr wenig eingesunken. Dann gibt er bekannt, dass er nun vom Landemodulheruntersteigen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weltweit hält man den Atem an und viele fragen sich, was man in diesem historischen Moment wohl sagen kann. Vier Tage, 13 Stunden und 20 Minuten nach dem Start setzt der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond. Die Welt hört den bekanntesten Satz der Raumfahrtgeschichte: „That‘s one small step for a man, onegiant leap for mankind.“

Armstrong prüft als erstes sein Gleichgewicht, während er sich noch an der Leiter festhält. Dabei berichtet er, dass er die Oberfläche des
Mondes mit der Spitze seines Stiefels abheben kann. Diese bliebe fast wie Kreide in Schichten haften. Als Armstrong sicherer geworden ist, probiert er die ersten Sprünge, macht die ersten
Fotos und sammelt Bodenproben.

 

 

 

 

 

15 Minuten später steigt auch Aldrin die Leiter herunter. Unten angekommen testet er den Wiedereinstieg, indem er noch einmal auf die erste Stufe zurückspringt. Dann betritt auch er den Mond. Die Mondlandefähre wird einer
Inspektion unterzogen. Die beiden Astronauten stellen fest, dass das Triebwerk praktisch keine Spuren hinterlassen hat. Dann wird die mitgebrachte Gedenktafel, die an einem Bein der Landefähre angebracht ist, enthüllt. Sie zeigt eine Karte der Erde und enthält folgenden Text:

HERE MEN FROM THE PLANET EARTH FIRST SET FOOT UPON THE MOON JULY 1969 A.D. WE CAME IN PEACE FOR ALL MANKIND

Darunter befi nden sich die Unterschriften der Apollo-11-Crew und des Amerikanischen Präsidenten Richard Nixon.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Fernsehkamera wird von der MESA abmontiert, auf ein Stativ gestellt, und für einige Panoramaaufnahmen genutzt. Dann wird sie
auf die Landefähre gerichtet, damit die Experimente, die man in deren unmittelbarer Nähe durchführt, im Bild festgehalten werden.

Die amerikanische Flagge wird aufgestellt, wobei sich ein kleines Problem ergibt:

Die Querstange, die durch die obere Kante der Flagge verläuft, um sie im Vakuum aufrecht zu halten, lässt sich nicht vollständig herausziehen. Dadurch entsteht eine Art Faltenwurf, wie bei einer Gardine.

Dadurch sieht es so aus, als ob sich die Flagge im Wind bewegt.

Diesen Effekt fand man so hübsch, dass die späteren Missionen ihn beibehielten. Danach versucht Aldrin in immer neuen Varianten zu gehen, wobei er sich schlussendlich für den „Känguru-Schritt“ als effektivsten entscheidet. Man hatte mehrere Arten, sich auf dem Mond fortzubewegen, vorgesehen, da man davon ausging, dass das normale Gehen, das ja eine Art kontrollierten Fall darstellt, bei verminderter Schwerkraft zu viel Konzentration und Kraft verbrauchen würde.

Kurz vor Mitternacht werden Armstrong und Aldrin von Houston vor die Kamera gebeten. Die Leitstelle hat eine Sprechfunkverbindung mit dem Präsidenten, der in seinem Büro im Weißen Haus am Telefon sitzt, hergestellt:

„Hello, Neil and Buzz. I’m talking to you by telephone from the Oval Room at the White House, and this certainly has to be the most historic telephone call ever made. I just can‘t tell you how proud we all are of what you‘ve done.
For every American, this has to be the proudest day of our lives. And for people all over the world, I am sure they too join with Americans in recognizing what an immense feat this is. Because of what you have done, the heavens have become a part of man‘s world. And as you talk to us from the Sea of Tranquility, it inspires us to redouble our efforts to bring peace and tranquility to Earth. For one priceless moment in the whole history of man, all the people on this Earth are truly one. One in their pride in what you have done.

And one in our prayers that you will return safely to Earth.“

Armstrong: „Thank you, Mr. President. It‘s a great honor and privilege for us to be here representing not only the United States but men of peace of all nations, and with interests and the curiosity and with the vision for the future.“

 

Anschließend werden weitere Bodenproben genommen und ein Seismometer sowie ein Laserrefl ektor (LRRR) aufgestellt, der nach Anweisungen von der Erde genauestens positioniert wird. Armstrong und Aldrin befi nden sich 2 Stunden und 25 Minuten auf der Mondoberfläche, bis sie mehrmals aufgefordert werden,
an Bord der Landefähre zurückzukehren. Aldrin tut dies als Erster und zieht dann mit einem Seil die Bodenproben hoch. Armstrong folgt eine Viertelstunde später mit dem ersten und letzten großen Sprung, den er auf der Mondoberfläche wagt: Nachdem er Schwung geholt hat, springt er fast bis ganz oben auf die Leiter.
Nach seiner Rückkehr wird er berichten, dass er befürchtet habe, bei zu akrobatischen Aktionen sein Gleichgewicht zu verlieren und seinen Anzug oder sein PLSS zu beschädigen. Die Luke schließt sich. Die Kabine derLandefähre wird unter Druck gesetzt und danach alles Entbehrliche gesammelt, um es nach nochmaligem Entweichenlassen der Kabinenatmosphäre auf der Mondoberfläche zurückzulassen.

 

Am 24. Juli 1969 landet Apollo 11 in 20 Kilometer Entfernung vom Bergungsschiff „Hornet“ im Pazifik.

Mit einem Helikopter werden Armstrong, Aldrin und Collins aufgenommen und zum Bergungsschiff gebracht.

Sie tragen Schutzanzüge und müssen sich in eine mobile Quarantänestation begeben.

Eine Vorsichtsmaßnahme für den Fall,dass sie unbekannte Keime vom Mond zurückgebracht haben.

Präsident Nixon begrüßt sie in ihrer Isolation per Mikrofon.

Das Abenteuer hat 8 Tage, 3 Stunden, 17 Minuten und 22 Sekunden gedauert.

 

Nach einer Ruhepause von sieben Stunden werden die Vorbereitungen für den Aufstieg in die Umlaufbahn getroffen.Der Antrieb der Aufstiegsstufe zündet und trennt sie von der Landestufe ab. Drei Stunden und vierzig Minuten später erfolgt das Rendezvous zwischen der Aufstiegsstufe und Columbia. Nachdem Armstrong und Aldrin zu Collins ins Kommandomodul umgestiegen sind, wird die Aufstiegsstufe abgetrennt. Um 0.30 befi ndet sich die Columbia zum letzten Mal im Mondschatten. Die Astronauten zünden für 25 Minuten ihr Triebwerk, um sich auf Kurs zurück zur Erde zu bringen. Neben
Navigationsmessungen und Fernsehübertragungen gibt es wieder ein Korrekturmanöver - auch diesmal so präzise, dass die folgenden nicht notwendig sind.